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Forschungsgruppe rund um Natürliche Familienplanung (NFP) und natürliche Fertilität

Die NFP-Forschungsgruppe besteht aus Wissenschaftlern und Gynäkologen,

  • die sich wissenschaftlich mit der Natürlichen Fertilität und Natürlichen Familienplanung (NFP) beschäftigen,
  • seit 1981 Forschungsprojekte für Kinderwunsch und natürliche Verhütung, inkl. Zykluscomputer durchführen
  • kontinuierlich den internationalen wissenschaftlichen Stand bewerten
  • und als „Sektion Natürliche Fertilität” (SNF) in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin e. V. (DGGEF) akkreditiert sind.

Sie richtet sich in erster Linie an Ärzte, NFP BeraterInnen, MedizinstudentInnen und interessierte NFPAnwender.

Seit den 80er Jahren hat eine intensive Entwicklung im Bereich der Natürlichen Familienplanung (NFP) stattgefunden, die im Schatten der oralen Kontrazeption von vielen kaum wahrgenommen wurde. Über die NFP können heute standardisierte, evidenzbasierte Aussagen getroffen werden. Mediziner, Pädagogen und Psychologen haben sich dem Thema interdisziplinär und wissenschaftlich-medizinisch genähert und es für verschiedene Zielgruppen auch im Hinblick auf Partnerschaft und Sexualität aufbereitet. Mittlerweile hat die NFP nicht nur ihren Platz im Kanon der Verhütungsangebote gefunden, sondern auch für den Kinderwunsch an Bedeutung gewonnen. NFP fördert die Kompetenz der Anwenderinnen für ihren Körper und ihren Zyklus, sodass sie besser entscheiden können wie sie mit ihrer Fruchtbarkeit und Empfängnisregelung umgehen wollen. NFP hat auch Einzug in die Internet-Community der 20 bis 30jährigen gehalten, die mit viel Engagement Fragen im Zusammenhang mit der NFP Anwendung diskutieren. NFP Methoden streben eine persönliche Verantwortung beider Partner für die Fruchtbarkeit an und vermeiden hormonelle oder andere invasive Maßnahmen. Für viele Anwenderinnen ist die Nebenwirkungsfreiheit der NFP-Methoden der wichtigste Vorteil. NFP-Methoden sind auch für Frauen interessant, die nach vielen Jahren der Zyklusmaskierung durch hormonelle Kontrazeptiva, die natürlichen Abläufe beobachten wollen.

Was ist Natürliche Familienplanung (NFP)?

Natürliche Familienplanung (NFP) ist im Grunde nichts anderes als angewandtes Wissen über biologische Vorgänge. Anhand ihrer Körperbeobachtung können Frauen lernen, das fertile Fenster und den Ovulationszeitpunkt im aktuellen Zyklus selbst zu bestimmen. Sie lernen, sich zyklisch verändernde Körperzeichen zu beobachten und nach definierten Regeln auszuwerten. Zur Bestimmung von Anfang und Ende der fertilen Phase werden nach dem Prinzip des „double-check“ jeweils zwei Parameter herangezogen, die sich gegenseitig absichern (u.a. Zervixschleimveränderungen und Basaltemperaturanstieg). Mit diesem NFP Wissen können Frauen heute sicher verhüten und auch ihren Kinderwunsch unterstützen. Außerdem kann bei Zyklus- und Hormonstörungen diese Kompetenz der Patientinnen zu gezielter und rationeller Diagnostik und Therapie beitragen. In Deutschland hat sich die Sensiplan-Methode – die symptothermale Methode der Malteser Arbeitsgruppe NFP – etabliert, die wissenschaftlich in Deutschland von der Sektion Natürliche Fertilität begleitet wird. Aufgrund ihres klar definierten, wissenschaftlich abgesicherten und praktikablen Regelwerks ist sie mittlerweile in mehreren europäischen Ländern ( u.a. Belgien, Niederlande, Frankreich, Österreich, Ungarn) verbreitet. Der Trademark Sensiplan wurde eingeführt um sich von anderen unsicheren NFP Methoden abzugrenzen.

Es gibt aktuell ein sehr breites Feld von NFP Methoden und so verbergen sich unter dem Begriff Natürliche Familienplanung oder symptothermale Methode zahlreiche Varianten mit unterschiedlicher Qualität und Sicherheit. Den aktuellen Forschungsstand fasst eine S1-Leitlinie der DGGEF zusammen und Link: Natürliche Familienplanung heute, Springer). Nach dieser Leitlinie ist Sensiplan, die zu empfehlendes Familienplanungsmethode.

Kalendermethoden gehören nicht zur Natürlichen Familienplanung (NFP)

Kalendermethoden und zahlreiche „selbstgestrickte“ Varianten gehören in unserem Kulturkreis heute nicht mehr zu den seriösen Methoden, weil sie auf Berechnungen beruhen und nicht auf einem aktuellen Zyklusmonitoring. Die WHO selbst definiert die moderne NFP als Familienplanungsmethoden basierend auf der „Beobachtung der natürlicherweise in Erscheinung tretenden Zeichen und Symptome der fruchtbaren und unfruchtbaren Phase des weiblichen Menstruationszyklus“ und schließt damit die Rechenmethoden als veraltet aus. Trotzdem gibt es in den letzten Jahren vereinzelt Tendenzen, auf diese überholten Formen zurück zu greifen. Die Sektion und die größe Zyklusdatenbank der Welt. Die Sektion Natürliche Fertilität arbeitet auf der Grundlage der größten Zyklusdatenbank zum Spontanzyklus mit etwa 40.000 Zyklen. Ein Kernstück der Forschungsaktivitäten ist die Weiterführung und Auswertung der Datenbank mit dem Ziel den Spontanzyklus der Frau und seine Variabiltät besser zu verstehen. Außerdem werden neue Erkenntnisse zur natürlichen Fertilität und zum fertilen Fenster gewonnen und für die Anwendung zur Natürlichen Familienplanung (NFP) und Zyklusdiagnostik aufbereitet. Damit einher geht die Qualitätssicherung auf dem Gebiet der natürlichen Fertilität und die Abgrenzung zu nicht evidenzbasierten NFP Methoden. NFP Anwenderinnen (auch Anfängerinnen und Frauen mit unregelmäßigen Zyklen) sind herzlich eingeladen, an der Zyklusdatenbank teilzunehmen (klick: Teilnahme-Info)

Sicherheit der Natürlichen Familienplanung (NFP)

Mit der NFP Methode Sensiplan kann so sicher verhütet werden wie mit der Pille, sofern die Anwender in der von ihnen selbst festgestellten fruchtbaren Phase keinen ungeschützten Verkehr haben. Nach aktuellen Studienergebnissen kann die NFP-Methode Sensiplan in die Kategorie der sehr sicheren Familienplanungsmethoden neben die hormonelle Kontrazeption eingeordnet werden und stellt deshalb auch eine Option für Risiko-Patientinnen dar: Methodensicherheit der Sensiplan-Methode  0,4 Schwangerschaften/100 Frauenjahre (Ref: 2007 Hum Rep, 10-Länder-Europa-Studie, S1-Leitlinie zur kontrazeptiven Sicherheit der Natürlichen Familienplanung, Stellungnahme der
Sektion Natürliche Fertilität zur Beurteilung der Sicherheit natürlicher Methoden und Zykluscomputer). Auch bei unregelmäßigen Zyklen ist eine sichere NFP Anwendung prinzipiell möglich, da aus der aktuellen Zyklusbeobachtung der jeweilige Fruchtbarkeitsstatus festgestellt wird.

NFP zur Unterstützung des Kinderwunsches

Durch die Selbstbeobachtung des Fertilitätsoptimums im Zyklus weisen Sensiplan-Anwenderinnen eine erstaunlich kurze Time-to-Pregnancy bei gezieltem Verkehr im fertilen Fenster auf – wie eine umfangreiche Datenanalyse der Zyklusdatenbank zeigte. Weitere Analysen verschiedener Europäischer Zyklusdatenbanken haben gezeigt, dass sowohl der Beginn des fertilen Fensters als auch das Fertilitätsoptimum exzellent mit der selbstbeobachteten Zervixschleimsekretion korrelieren. Das heißt, dass über die Qualitätsveränderungen des Zervixschleims Frauen das Ansteigen der Konzeptionswahrscheinlichkeit bis zum Fertilitätsoptimum selbst beobachten können. Deshalb wurde die Natürliche Familienplanung (NFP) inzwischen von der American Society of Reproductive Medicine in die Empfehlungen zur Optimierung der natürlichen Fertilität aufgenommen. Die NFP Datenbankanalysen haben eine Fülle weiterer Erkenntnisse zur natürlichen Fertilität ermöglicht: beispielsweise ist der eigentliche zeitliche Abstand des GV zur Ovulation nachrangig, da optimale Zervixqualität nicht nur wichtigster Indikator des Fertilitätsmaximums ist, sondern die Bedingungen für die Spermatozoen (Kapazitation) wesentlich verbessert. Bei unerfülltem Kinderwunsch verbessert die Zyklusaufzeichnung die diagnostischen Bedingungen: es lassen sich Anovulationen, verkürzte Temperaturhochlagen als Zeichen der Corpus Luteum Insuffizienz oder die akzelerierte Follikelreifung als Zeichen der nachlassenden ovariellen Reserve erkennen. Die hormonelle und sonographische Ovulations- und Lutealphasendiagnostik kann gezielt terminiert werden. Außerdem bietet die NFP-Aufzeichnung dem Gynäkologen eine einfache Möglichkeit der Verlaufsdiagnostik bei Zyklus- und Hormonstörungen.

Zykluscomputer

Die Sektion Natürliche Fertilität bewertet laufend die auf dem Markt befindlichen Zykluscomputer (z.B. Hormoncomputer Persona, Computerthermometer, etc.) und Neuentwicklungen.

Wie kann man NFP lernen?

Die symptothermale Methode kann im Selbstudium oder in einer NFP Beratung erlernt werden. Hierfür gibt es ein bundesweites NFP Beraternetz, was regional organisiert ist. Auf der offiziellen Website der Arbeitsgruppe NFP finden potentielle Anwender einen Berater in ihrer Nähe. (http://www.nfp-online.de/beratung.34.0.html).

Für erste Informationen werden in einigen Orten Deutschlands NFP Sprechstunden in Kliniken (www.klinikum.uni-heidelberg.de/Natuerliche-Familienplanung) oder Arztpraxen angeboten. Für das Selbststudium stehen die Bücher der Arbeitsgruppe NFP, sowie erklärende Texte
auf Websites über Natürliche Familienplanung zur Verfügung.

Weitere Informationen

  • News/Termine/Weiterbildung
  • Presse
  • Downloads

Links

    http://trainyabrain-blog.com
    Blog über Natürliche Familienplanung (NFP) mit Informationen für interessierte Laien und NFP Anwender und Aktuelles, auch über Studien

  • www.nfp-forum.de
  • Forum zum Austausch zwischen Anwendern, Laien und mit vielen Informationen für NFP Interessierte

  • www.nfp-europe.eu
  • Website mit Informationen zu den Internationale NFP Gruppen, die ebenfalls die Sensiplan-Methode benutzen

Literatur

1. Arbeitsgruppe NFP (2011) Natürlich und sicher. Trias, Stuttgart
2. Frank-Herrmann P, Sottong U, Baur S, Raith-Paula E, Strowitzki T, Freundl G (2011)
Natürliche Familienplanung: Sensiplan – eine moderne, verlässliche Methode. Gynäkologe
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3. Frank-Herrmann P, Heil J, Gnoth C, Toledo E, Baur S, Pyper C, Jenetzki E, Strowitzki T,
Freundl G (2007) The effectiveness of a fertility awareness based method to avoid
pregnancy in relation to a couple’s sexual behaviour during the fertile time: a prospective
longitudinal study. Hum Reprod 22:1310-19
4. Frank-Herrmann P, Gnoth C, Baur S, Strowitzki T, Freundl G (2005) Determination of the
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5. Freundl G, Sivin I, Batar I (2010) State-of-the-art of non-hormonal methods of
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6. The European Natural Family Planning Study Groups (1999) European multicenter study
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7. Gnoth C, Godehardt D, Godehardt E, Frank-Herrmann P, Freundl G. Time to pregnancy:
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8. Gnoth C, Frank-Herrmann P, Bremme M, Freundl G, Godehardt E (1996) Wie korrelieren
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9. Rabe T (Hrsg). Seminar in Gynäkologischer Endokrinologie – Stellungnahmen der
DGGEF eV. und des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF) 2012, www.dggef.de
10. Raith-Paula E, Frank-Herrmann P, Freundl G, Strowitzki T (2013) Natürliche
Familienplanung heute. Springer, Heidelberg
11. Gnoth C, P. Frank-Herrmann, A. Schmoll et. al. Cycle characteristic after discontinuation of oral contrceptives Gynecol endocrinol 2002; 16: 307-317

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